{short description of image} Khajuraho weiter

Donnerstag, 9.3
Am Morgen ist das Taxi pünktlich zur Stelle. Wir fahren zur Bushaltestelle doch der AC-DE-Luxe Bus, welcher eigentlich kommen soll, fällt aus. Dafür kommt aber nur 5 Minuten später ein normaler Linienbus. Wir verstauen unser Gepäck auf dem Dach des Busses und hoffen, daß es auch dort oben bleibt. Aber unsere Sorge war unbegründet, denn der Busfahrer hat das Gepäck dann später mit Seilen gesichert.
Die fünfstündige Busfahrt (173km) verlief für indische Verhältnisse ohne besondere Vorkommnisse. Mal ein kurzer Halt um etwas am Motor zu fummeln ist normal. Übrigens vergeht selbst kaum eine Rickshawfahrt ohne irgendwo was zu schrauben oder zumindest zu tanken.


Bus
In Khajuraho angekommen entfliehen wir erst mal den Rikshawfahrern und laufen zum Hotel, da dies nicht weit von der Bushaltestelle entfernt liegt (ca.500m) und wir so evtl. Kommissionsgeschäften entgehen können. Das Hotel Harmony ist sehr gepflegt und hat einen ruhigen Hof (300Rs./Dz).
Jetzt lassen wir uns –zum ersten mal mit 3 Fahrradrikshaws- zum 5km entfernt gelegenen Flughafen fahren. Die für übermorgen geplante Weiterreise nach Varanassi wollen wir möglicherweise mit dem Flugzeug absolvieren, denn ansonsten ist man mit Bus und Zug von früh morgens bis Mitternacht unterwegs. {short description of image}
Aber der Flugplatz hat geschlossen, das heißt es steht alles offen und wir können bis auf die Rollbahn ohne eine Menschenseele zu sehen. Ein Flugplan ist allerdings auch nicht in Sicht. Nach einer Weile taucht ein Wachmann auf und ersucht uns, das Gebäude wieder zu verlassen. Jetzt plagt Uwe ein kleiner Kulturschock und er fühlt sich unwohl bei dem Gedanken, wie sich „der arme Kerl“ wieder für „2 dicke Touristen abstrampelt“ und meint, er würde nicht noch mal mit einer Fahrradrikshaw fahren. Da wir 5 Mann sind und so auf einer der Rikshaws nur einer sitzt, tauschen wir und ein anderer Fahrer hats mal leichter. Unsere Aktion sorgte bei den Fahrern große Belustigung. Übrigens haben wir später sogar LKW-Achsen auf Fahrradrikshaws gesehen.
Morgen wollen wir noch mal nach den Flügen schauen.
Vom Flugplatz zurückgekehrt besuchen wir einen Markt. Hier sind unter anderen ein Riesenrad wie zu Großmutters Zeiten mit Dieselantrieb und Treibriemenübertragung, ein Riesenrad und ein Kinderkarussell mit Handantrieb und nicht zuletzt ein Zahnarzt zu bewundern.
Wir beobachten die Inderinnen beim Einkauf und essen auch mal was in einem Eßzelt. Dies füllt sich nach unserem Eintritt natürlich sofort mit einigen neugierigen Kindern und auch Erwachsenen. Wie unser essen heißt (eine dicke Suppe mit einem Gebäck), wissen wir nicht, aber es schmeckt. inderinnen
Später essen wir in einer Gaststätte, wo uns das Essen allerdings nicht ganz so so gut schmeckt wie sonst. Im Hotel bietet uns der Hotelier ein Auto mit Fahrer für unsere Fahrt am Sonnabend nach Varanassi für 125 USD an. Wir wollen uns das überlegen.
Freitag, 10.3.


Beim Frühstück reden wir noch mal bezüglich des Autos und versuchen nochmal, den Preis runterzuhandeln. Allerdings kommt dabei nicht viel raus und wir buchen für 120 USD. Nun können wir morgen ausschlafen, sind abends in Varanassi und haben auch noch gegenüber dem Flug (hätte 70 USD pro Mann gekostet) Geld gespart.
Da in Khajuraho einige Tempel verhältnismäßig weit auseinanderliegen, mieten wir heute Fahrräder. Die sehen etwas gewöhnungsbedürftig aus, aber erstaunlicherweise rollen sie hervorragend. Christian hat heute etwas schlechte Laune und Ihm geht's nicht besonders. Höchstwahrscheinlich liegt das am Essen von gestern Abend, denn später erwischts auch noch Dietmar.
Auf der Rückfahrt von den Tempeln nehmen wir eine Abkürzung und landen natürlich irgendwo mitten auf einem Feld. Dort ist der Weg zuende und es arbeiten gerade ein paar Leute hier. Einer hackt gerade Holz und der bleibt vor erstaunen über uns mit überm Kopf erhobenen Beil wie erstarrt stehen. Also wieder umgekehrt, erstmal die durstigen Kehlen entstaubt und eine Stunde Mittagsruhe, wobei sich Christians Laune auch wieder bessert.
Tempel
Am Nachmittag besuchen wir die Hauptgruppe der Tempel, welche in einem schönen Park liegen. Ausnahmsweise sind diese Tempel auch gut gepflegt. Das sind auch die Tempel, die zum Teil mit erotischen Darstellungen verziert sind und wegen denen Khajuraho bekannt ist.
Eros1 Eros2 Eros3
Restaurant Jetzt können wir unsere Fahrräder wieder abgeben und gehen erstmal auf einen Tee ins „Lovely Restaurant“. Hier haben wir dann auch mal eine Küche von innen besichtigt. Jetzt erwischt es Dietmar und er setzt sich erstmal ins Hotel ab. Küche
Am Abend gehen Dennis, Uwe und ich zur Sound- und Lightshow. Da diese erst eine Stunde später anfängt als gedacht, gehen wir nochmal in das Restaurant von gestern abend. Da wir etwas Hunger haben bestellen wir uns trotz der nicht so guten Erfahrungen von gestern etwas kleines. Doch heute schmeckts besser. Die Sound- und Lightshow war gut gemacht und dort war auch zu erfahren, das die Tempelanlagen hier –gebaut im 7. Jh.- lange Zeit von Dschungel überwuchert waren und dann erst von einem Engländer wiederentdeckt wurden. Wieder im Hotel wollen wir nochmals etwas essen doch der Koch ist gerade nicht da und so essen wir nur etwas Toast mit Butter zum Bier. Die beiden anderen sind inzwischen auch soweit wiederhergestellt.
Vor 2 Tagen ist in Khajuraho der offizielle Teil des Khajuraho-Dance-Festival zuende gegangen, doch im Dorf wird noch etwas weiter gemacht. Kurz vor Mitternacht gehe ich deswegen mit Uwe nochmals raus und wir schauen bei einem Lustpiel zu. Wir verstehen zwar kein Hindi, aber die Zuschauer sind von dem Geschehen auf der Bühne stark belustigt. Interessant ist hier, daß in der Mitte der Wiese vor der Bühne ein Strick gezogen ist und links davon nur Männer und rechts nur Frauen sitzen. Am Ende des Stückes stehen alle auf und verlassen ohne Beifall oder ähnliche Gefühlsäußerungen den Platz. Buehne
Wir gehen jetzt nochmal über den Markt, der nun gespenstisch wirkt. Die Stände sind zugehangen und die Verkäufer schnarchen auf ihren Verkaufstischen oder gleich auf dem Weg. Kurz vor eins gehts dann auch für uns ins Bett.

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© Peter Gottowski 2000  letzte Änderung: 06.04.2000