{short description of image} Varanassi weiter

Freitag, 10.3.
See Heute geht's mit dem bestellten Wagen nach Varanassi. Unser Hotelier empfiehlt noch ein Hotel in Varanassi und um 8 Uhr fahren wir los. Unterwegs besuchen wir erstmal noch einen kleinen idyllischen See mit Wasserfall im Panna- Nationalpark.
Dann geht die Fahrt weiter durch eine schöne Landschaft, wir sehen das erste mal eine Baustellenabsperrung auf indisch, und schon ist auch die unvermeidliche Autoeparatur fällig. Das kommt uns aber gelegen, denn der Fahrer fährt eine Werkstatt in einem Dorf an, in das wahrscheinlich die letzten 1000 Jahre kein Tourist mehr seinen Fuß gesetzt hat. Jedenfalls sind wir wiedermal das Ereignis des Tages und alle schauen, was wir so treiben. Als Uwe dann den Film in seinen Fotoapparat wechselt, werden die Hälse der Zuschauer immer länger.
Baustelle Neugier
 
Bald ist auch unser Auto wieder flott und es geht weiter. Wir kommen noch in einen LKW- Stau an der Grenze von den Bundesstaaten Madhya- Pradesh zu Uttar- Pradesh und unser Fahrer fährt einen Umweg. Wir essen wieder in einer Gaststätte am Straßenrand, eigentlich ist es ja auch ein Hotel, denn in diesen Gestellen kann man für ein paar Pfennige übernachten. Auch die Neugierigen lassen hier nicht lange auf sich warten.
Straßenhotel Essen Neugierige

Am Abend kommen wir in Varanassi an und lassen uns zum Hotel Surya fahren. Dies hat einen Innenhof mit einem gepflegten Rasen. Dadurch ist die Luft hier gleich etwas besser als in der Stadt, wo die ständig brennenden Feuer am Ganges ihre Rauchspuren hinterlassen. Doch dazu später mehr. Wir nehmen 2 Zimmer für zusammen 1000Rs pro Nacht und lassen den Tag gemütlich ausklingen.
 
Sonntag, 12.3.
 
Wir buchen gleich vom Hotel aus für Dienstag die Weiterfahrt per Liegewagen (Sleeper Class) nach Agra (pro Person 224Rs für etwa 650 km). Das kostet zwar etwas Servicegebühr, aber dafür ersparen wir uns eine Fahrt zum Bahnhof und zurück.

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Jetzt lassen wir uns mit Rikshaws in die Altstadt bringen und bummeln etwas durch die engen Gassen von Varanassi. Von einem Hausdach bekommen wir einen guten Überblick und sehen auch den goldenen Tempel, welchen man aber leider nicht fotografieren darf. Die Spitze dieses Tempels ist mit 1865 mit 750kg Gold belegt worden. Danach gehen wir an den Ganges und gehen die Ghats entlang, an denen sich frühmorgens die Inder zu ihren rituellen Waschungen einfinden. Ganges-Ghats
Wir laufen bis zum Manikarnika Ghat, einem der zwei Krematorium- Ghats. Es brennen hier ständig, 24h am Tag und 365 Tage im Jahr mehrere Feuer. Wir können hier die Leichenverbrennungszeremonie beobachten.
 
Diese ganze Sache kann man aus ca. 3-4m Entfernung anschauen oder mit besserem Überblick von einem Dach ca. 5m über der Szenerie. Hier darf man nicht fotografieren oder filmen, sonst gibts großen Ärger.
Wir schauen uns noch den Rest der Ghats an und fahren dann mit Fahrradrikshaws auf das andere Ufer des Ganges zum Ramnagar- Fort. Hier werden einige Ausstellungsstücke aus der Maharadscha- Zeit gezeigt. Elefantensättel, Kamelsättel, Sänften usw. Aber alles schon etwas angestaubt.
In die Stadt zurückgekehrt in einer (!) Rickshaw für 5 Mann mit Fahrer gehen wir in den Hanuman- Tempel und werden dort gesegnet. Der Priester berührt mit einer Quaste unseren Kopf, verziert unsere Stirn mit einem roten Punkt und gibt uns etwas Wasser mit Blüten drin. Dies trinken manche Inder, manche tun es sich aufs Haar. Wir geben der Haar- Variante den Vorzug. Zum Tagesabschluß essen wir im Restaurant El Paradero, welches eine sehr gute internationale Küche hat, aber etwas teurer ist (ca.100Rs pro Essen).

 
Montag, 13.3.
Heute früh gehts wieder zeitig raus, denn wir wollen den Sonnenaufgang auf dem Ganges erleben.
Wir fahren zum Dasashwamed- Ghat, dem Hauptghat, an dem die meisten Boote abfahren. Wir müssen ganz schön handeln, ehe wir auf einen akzeptablen Preis (200Rs/1Stunde) für das Boot kommen. Am Tage ist es billiger, denn die Bootsbesitzer wissen natürlich, daß Touristen, die früh ankommen auch zum Sonnenaufgang auf dem Ganges sein wollen und somit etwas unter Zeitdruck sind.
Die Sonne geht langsam und glutrot auf dem anderen Ufer des Ganges auf. Wir haben einige Kerzen, welche in einer Schale aus Blättern befestigt und mit gelben Blüten dekoriert sind gekauft und setzen diese in den Ganges. Das ist gut für's Karma. Die ersten Inder sind schon bei Ihrer morgendlichen Waschung und auch ein paar Wäscher schlagen schon die Wäsche in Ihrem immer gleichen Rhythmus auf Steine. Sonnenaufgang
Wäscher Waschung
Wir lassen die ganze Szene auf uns wirken und müßen aufpassen, das wir auch zur vereinbarten Zeit wieder ans Ufer gebracht werden. Denn dir Ruderer sind Schlitzohren und wenn man nicht aufpaßt, wird man so etwa 2 Minuten nach Ablauf der vereinbarten Stunde ans Ufer gebracht und darf dann für eine zweite Stunde löhnen.
Nach einem leckeren Frühstück in einem kleinen Hotel in der Altstadt kommen wir bei einem Musikinstrumentenbauer vorbei. Wir schauen ihm bei der Arbeit zu und er spielt etwas auf einer Sitar. Am Abend gibt er ein kleines Konzert und er lädt uns dazu ein. Sitarspieler
Jetzt gehen wir in eine Seidenfabrik. Alles sehr schöne Stücke, aber recht teuer. Nach zähem handeln hat Christian einiges ergattert. Das hat eine ganze Weile gedauert und so laufen wir noch etwas durch die Altstadt und fahren dann zu einer kurzen Mittagspause in unser Hotel.
Da gleich neben unserem Hotel ein Flugbüro ist, welches auch Gulf-Air vertritt, gehen wir gleich mal unseren Heimflug rückbestätigen lassen, was natürlich auch eine Servicegebühr kostet. Dies dauert etwa eine Stunde, da zuerst mal ein Bote mit unseren Flugscheinen zum kopieren geschickt wird. Und das dauert. Währenddessen blättert die Angestellte hier neugierig in unseren Pässen, liest hier und da etwas und beschaut sich alles, was eventuell darin steckt. Sie ist eine hübsche junge Frau und Dennis ist ganz fasziniert. Er möchte sie am liebsten mitnehmen. Der Bote ist immer noch nicht zurück und wir bekommen ein Gästebuch gereicht, wo wir uns eintragen sollen. Was soll man nun in ein Gästebuch beim warten im Flugbüro eintragen? So schauen wir erstmal, was andere geschrieben haben und stellen fest, daß dieses Buch früher mal als eine Art Poesiealbum gedient haben muß, jedenfalls wurde auf den ersten Seiten unsere Hübsche recht angehimmelt. Sie heißt übrigens Archna. Nachdem wir uns eingtragen haben gibt es auch in unseren Pässen nichts neues mehr zu entdecken und wir bekommen sie wieder. Nun kommt auch der Bote wieder und unsere Daten werden per Telefon an die Fluggesellschaft übermittelt.

Heute Nachmittag ist Sarnath unser Ziel, 20km von hier. Sarnath wird als Geburtsort des Buddhismus angesehen, da Buddha nach seiner Erleuchtung seine Lehre hier an die ersten fünf Jünger weitergegeben haben soll. Deshalb haben hier auch einige Länder, in welchen der Buddhismus eine Rolle spielt, Tempel errichtet. Am prächtigsten ist der Chinesische Tempel.
Christians Videokamera sorgt wieder für erstaunen.
chinesischer Tempel Buddha {short description of image}
Wir laufen dann noch durch ein kleines Dorf, wo wir u.a. auch einen Seidenweber in einer kleinen Hütte bei seiner Arbeit beobachten können. Weber
Am Abend gehen Uwe und ich zum Musiker, die anderen haben keine Lust. Die Musik gefällt uns, und wir überlegen schon, eine Sitar zu kaufen (ca.60DM). Da unsere Reise aber noch eine ganze Weile dauert und wir diese dann immer mitschleppen müßten, lassen wir das. Als wir ins Hotel zurückkommen, ist schon ein Bier für uns bereitgestellt.

Dienstag, 14.3.
Heute Nachmittag fährt unser Zug nach Agra.Wir stellen deshalb unser Gepäck noch im Hotel unter und bummeln noch etwas durch Varanassi. Wir kaufen einen kleinen Kanister, um etwas Gangeswasser mit nach Hause zu nehmen. Dennis will dies mal analysieren lassen.
Im Bahnhof kaufen wir Wasser, Brot und Bananen. Unser Zug fährt pünktlich ab und wir haben nun bis morgen früh zu fahren. Die Zeit wird uns aber nicht lang. Es wird im Reiseführer gelesen, Skat gespielt und von Zeit zu Zeit setzen wir uns in die offene Tür, lassen die Beine aus dem Zug hängen und die Gegend an uns vorüberziehen. Man hat auf den Liegen im Liegewagen ausreichend Platz und es ist ganz OK. Nur wenn der Zug in Bahnhöfen hält werden wir durch die "Tschai, Tschai" Rufe der Teeverkäufer und durch die lautstark beim Einsteigen sich unterhaltenden Inder munter.

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© Peter Gottowski 2000  letzte Änderung: 12.04.2000