{short description of image} Agra weiter

Mittwoch, 15.3.
Heute ist HALBZEIT

Mit nur 30 min Verspätung (nach 630km!) kommt der Zug in Agra an. Es ist noch dunkel und uns fröstelt während der Rikshawfahrt zum Taj Mahal kräftig. Eigentlich haben wir vor, einmal zum Sonnenaufgang und einmal zum Sonnenuntergang das Taj zu besuchen. Da aber neuerdings von Ausländern eine zusätzlich zum Eintritt zu entrichtende Gebühr von 500Rs pro Mann verlangt wird, entschließen wir uns, erst abends hineinzugehen. Ein Mann bietet uns an, für 10 RS pro Person vom Dach seines Hauses aus den Sonnenaufgang am Taj zu beobachten. Das tun wir auch und haben von dort auch einen fantastischen Ausblick.
Taj Mahal Sonnenaufganf
Sein Haus entpuppt sich natürlich als Hotel und er bietet uns gleich Zimmer an. Da wir uns aber schon ein anderes Hotel im Blick haben, lehnen wir dankend ab.
Das Taj Mahal ist übrigens von 20000 Arbeitern in 22 Jahren bis 1653 errichtet worden. Es wurde von Shah Jahan in Erinnerung an seine Lieblingsfrau Mumtaz Mahal erbaut, welche mit 38 Jahren bei der Geburt ihres 14. Kindes verstarb. Es mag manchem romantisch vorkommen, aber das Land führten die gewaltigen Kosten damals fast zum Ruin.

Bis zu unserem Hotel (Hotel Raj, insgesamt 350Rs pro Nacht in einem 2- und einem 3 Bettzimmer) ist es auch nicht weit, es liegt kurz vorm Haupteingang des Taj Mahal. Als Uwe merkt, daß unsere Dusche nicht geht (nur kalt), fragen wir nach einem anderen Zimmer. Es war noch eins da, allerdings fehlte hier der Toilettensitz. Der Hotelboy versprach noch einen zu installieren, was allerdings dann doch nicht passierte. Daß auch hier die Dusche nur kaltes Wasser abgibt, merken wir erst später. So haben wir ein Zimmer, wo die Dusche nicht geht gegen eins getauscht, wo die Dusche nicht geht und der Toilettensitz fehlt und wir hatten wieder mal was zu lachen. Da wir aber auch im anderen Zimmer mit duschen können haben wir keinen Bock, noch mal zu wechseln. Toilette
Nachdem wir uns frischgemacht haben lassen wir uns zum Busbahnhof bringen, von wo aus stündlich Busse ins 40km entfernte Fathepur Sikri fahren (15Rs p.Person). Wir haben Glück und es fährt auch gleich ein Bus ab. Nach etwa 1 Stunde sind wir da.
Fathepur Moschee Mit dem Bau von Fathepur Sikri wurde 1571 begonnen, es sollte eine neue Hauptstadt werden. 15 Jahre später wurde sie allerdings wegen Wassermangel schon wieder aufgegeben. Hier ist alles in sehr gutem Zustand. Zuerst besichtigen wir eine große Moschee, die zur Stadt gehörte und dann die Stadt selbst. Auch eine Indische Reisegruppe können wir beobachten. Wie schon öfter gesehen stehen die Männer bei Erklärungen des Reiseleiters dicht um ihn. Die Frauen stehen dann erst dahinter.
 
Fathepur Sikri
Auf dem Rückweg zum Bus entdecken wir einen Schnapsladen, wo wir gleich eine Flasche Whisky erwerben (gegen die Mücken...). Wir essen an einem schattigen Platz in einem kleinen Hotel leckerer vegetarisch. Auf der Rückfahrt vom Busbahnhof ins Hotel fällt uns auf, daß hier die Straßen neu geteert und große saubere Hinweisschilder aufgestellt worden sind. Sind wir überhaupt noch in Indien? Wir erfahren von unserem Rikshawfahrer, daß Bill Clinton bald zu Besuch kommt. Aha, alles klar. Ins Hotel zurückgekehrt bestellen wir vor einer Mittagsruhe noch Zugfahrkarten nach Jaipur für Freitag früh (715 Rs für alle). Am späten Nachmittag gehen wir nun ins Taj Mahal, dessen Eingang nur 100m von unserem Hotel entfernt ist. Wir wollen ja den Sonnenuntergang dort erleben.
{short description of image} Man muß hier am Eingang viele Dinge bei einer Aufbewahrung abgeben. So z.b.: Feuerzeuge, Taschenmesser, Taschenlampen, Nahrungsmittel, Streichhölzer usw. Nun gehen wir hinein und schauen uns alles an. Leider wird gerade das Wasserbassin gereinigt (warum ist wohl klar - Bill Clinton kommt), und so ist dies leer. Wir können so die Spiegelung des Taj im Wasser leider nicht sehen. Trotzdem ist es ein schöner Anblick. Wenn man zum Eingangstor hereinkommt und geradeausschaut meint man, es schwebt. In der Kuppel ist ein herrlicher Nachhall zu hören. Langsam geht die Sonne unter und das Taj schimmert in rötlichen Farben. Kurz bevor es richtig rot wird, verschwindet die Sonne allerdings leider im alltäglichen Dunst. detail
Als es dunkel ist, gehen wir in ein kleines Restaurant essen (natürlich wieder lecker) und sind dann wieder pappsatt. Der Wirt besitzt keine Lizenz zum Bierausschank, aber er besorgt welches und wir sollen es versteckt trinken. Nach einiger Zeit hat der Wirt irgendwie Ärger mit seiner Frau und wir beschließen zu gehen. Dabei stößt Uwe auch noch eine Petroleumlampe um, wobei das Glas kaputtgeht. Aber „No Problem“. Noch ein kleiner Verdauungsspaziergang und ein Schlaftrunk aus der Whiskyflasche und wir gehen schlafen.
 
Donnerstag, 16.3.
 
Heute wollen wir zum Agra Fort, aber vorher lassen wir uns noch zu einer Wechselstelle fahren. Dort ist auch gleich ein Souvenirladen und so schauen wir uns diesen erstmal an und kaufen auch etwas. Das Fort ist auch ganz interessant und man hat von dort auch nochmals einen schönen Blick zum Taj Mahal.
Agra Fort Agra Fort Agra Fort innen
     
Jetzt fahren wir zum Ittmat-du-Daula, welches die Inder auch Baby Taj nennen. Es ist auch ein Grabmal und hat gewisse Ähnlichkeiten mit dem Taj Mahal, nur ist eben viel kleiner und auch älter. Babytaj
Sikandra Grab Vorbei an Chini-ka-Rauza, auch ein Grabmal aber sehr verfallen, führt uns unsere Tour nach Sikandra, zum Grabmal Kaiser Akhbars. Es ist ein schönes Mausoleum in einer großen Gartenanlage. In die eigentliche Grabkammer kommt man durch einen schrägen Gang, vergleichbar mit den Pyramiden in Ägypten. Sikandra
     
Zurück in Agra kaufen wir noch dies und jenes und steigen dann nochmals auf eine Dachterasse um das Taj nochmals beim Sonnenuntergang zu sehen.
Nach dem reichlichen und anfänglich etwas lautem Abendessen (Stromausfall- der Generator läuft, wie öfters) auch auf einer Dachterasse duschen wir alle in unserem Dreierzimmer, da in dem anderen die Dusche ja nicht geht. Wir schauen noch etwas vom Balkon und wundern uns, was denn da draußen an den Strommasten für Lämpchen leuchten. Plötzlich sind sie schwächer und später wieder voll da. Es sind keine Lämpchen, sondern die Drähte glühen je nach Belastung an manchen Stellen mehr oder weniger.
Da wir nicht mehr so viel tragen wollen - und nur deswegen ;-) leeren wir die angebrochene Flasche vom Vorabend.
 
Freitag, 17.3.
 
Wieder mal früh aufstehen. 4 Uhr ist wecken. Eine reichliche halbe Stunde später sitzen wir in den Rikshaws zum Bahnhof. Der Zug soll 5.35 fahren, hat aber 1 Stunde Verspätung.
Im Zug treffen wir auf 2 deutsche Rucksacktouristen. Der eine davon ist in Indien so lange, wie sein Geld reicht und schläft nur in den billigsten Unterkünften. 8 DM pro Person für eine Nacht, wie unser Durchschnitt, ist Ihm zu teuer ("das ist für mich 1 Tag kürzer in Indien"). Die Touristin ist schon eine Weile unterwegs und fährt bald heim. Sie singt immer vor sich hin. Wir tauschen Gedanken aus und spielen Karten zusammen. Eisenbahn
 
Ich setze mich in die Tür , schaue mir die Landschaft an und lasse Beine und Seele baumeln. Die Landschaft ändert sich langsam von Feldern mit vielen Bäumen in eine Steppenähnliche. Etwa 13.30 Uhr kommt der Zug in Jaipur, "The Pink City", an.

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© Peter Gottowski 2000  letzte Änderung: 01.09.2000