{short description of image} Jaipur weiter

Wir haben hier von Deutschland aus schon ein gutes Hotel reserviert. Da wir aber einen Tag früher als geplant hier sind ist dieses ausgebucht und wir lassen uns gleich ein anderes mit Pool vermitteln. Dieses ("Narain Niwas Palace") ist mit 48 Dollar pro Person recht teuer, aber sehenswert.

Nach einem Ankunftsbier nutzen wir gleich den Pool. Da mir das Wasser aber zu kalt ist, bin ich schnell wieder draußen. Jetzt sonnen wir uns bis halb sechs. In einem unserer Zimmer geht der Ventilator nicht auszuschalten und läuft immer mit voller Leistung. Wir bemängeln dies und nach kurzer Zeit kommt ein Hotelangestellter mit einem Schraubenzieher. Obwohl dieser sichtbar zu groß ist, versucht er, den Schalter zu öffnen. Dies klappt natürlich nicht. Er verschwindet wieder und kommt nach 10 Minuten anstatt mit einem kleineren Schraubenzieher mit einer Kombizange und einer Taschenlampe wieder. Nun ahnen wir schon fast, was kommt. Die Sicherung wird rausgedreht, er steigt auf einen Stuhl und - knips - wird das Kabel durchgeschnitten "No Problem". Wir schauen uns wie auf Kommando an und lachen.

 
Einen Kinobesuch mit einem Bollywood-Schinken sollte man in Indien auch nicht versäumen. Deshalb schauen wir uns das Kinoprogramm in einem von Jaipurs Kinos an und beschließen, morgen Abend einen Film anzuschauen. Wir laufen noch etwas durchs abendliche Jaipur und melden uns wieder mal telefonisch zu Hause. In dem Hotel, welches wir fürs Abendessen ausgesucht haben, ist das Angebot nicht besonders. Deshalb besteigen wir eine Rikshaw und lassen uns zu unserem Hotel fahren. Doch obwohl der Fahrer nickt, fährt er zuerst in eine falsche Richtung. Er hat keinen blassen Schimmer, wo unser Hotel liegt. Ich zeige ihm das Hotel im Stadtplan unseres Reiseführers und sage ihm die Straßennahmen in der Nähe. Er schaut interressiert drein und nickt. Ein paar Minuten später redet er mit anderer Rikshawfahrern. Die schauen wieder auf den Stadtplan und diskutieren. Na ja, uns ist es egal, wir haben Zeit und der Fahrpreis ist ausgehandelt. Nun scheint alles klar, doch wieder etwas später hält er wieder. Nun geht Dennis mit ihm in ein Hotel in der Nähe und kann dort alles klären. So fahren wir fast eine Stunde, bis wir wieder im Hotel sind. Wir essen jetzt zwar teuer, aber reichlich. Auf der Terasse trinken wir noch etwas Indischen Rotwein. Gegen Mitternacht ist wieder Ruhe.
 
Sonnabend, 18.3.
 
Gaitor Gegen 9 Uhr geht's los. Wir mieten eine Rikshaw gleich für den ganzen Tag. Es geht heute zum Amber- Fort. Auf dem Weg dahin kommen wir an Gaitor, einem ehemaligen Wasserschloß mit einigen Grabmälern dahinter, vorbei. Ein paar Kinder nehmen uns anfänglich die Ruhe.
Auf der weiteren Fahrt kommen wir an ein einem Kunsthandwerksladen vorbei. Der Verkäufer verlangte aber derart unverschämte Preise, das wir schon wieder lachen mußten und ihn kommentarlos stehenließen. Das ist uns während unserer Reise nur dies eine mal passiert.
Fakir Ein Stück weiter kommen wir an einem Schlangenbeschwörer vorbei. Wir setzen uns zu ihm Zwecks Foto. Ich auch und ehe ich mich versehe, habe ich die Kobra um den Hals gelegt. Ich habe zwar keine Angst vor Schlangen und es ist nicht meine erste derartige Begegnung, aber ich war überrascht und muß ziemlich dumm drein geschaut haben. Natürlich will er dafür Bakschisch und wir kaufen ihm auch drei von seinen Flöten ab. Uwe kauft auch noch eine Fiedel von einem anderen Verkäufer. Ich würde auch gern eine mitnehmen, aber die andere, die er noch hat, gefällt mir nicht. kobra
 
Am Fort angekommen, will unser Fahrer 50Rs Parkgebühr, die er angeblich zahlen müßte. Wir ahnen schon, das dies so nicht stimmt und geben ihm zu verstehen, das er gegen die Quittung selbstverständlich das Geld bekommt. Diese bekamen wir auch tatsächlich später, allerdings waren es da nur noch 4Rs. Das Amber- Fort liegt auf einem Berg und man kann sich von Elefanten hinauftragen lassen, was wir auch tun. Ein paar Affen schauen uns nach. Die Elefanten warten oben bis man mit der Besichtigung fertig ist und man muß sich die Nummer des Elefanten merken. Das Fort, zumindest der zugängliche Teil davon, ist gut gepflegt.
 
Elefantenritt Affen Amber Amber innen
 
Wir essen dann noch ein Stück herzhaft gefülltes Gebäck in einer Straßenkneipe und es geht weiter zur Schlucht von Galta. Hier ist ein Tal mit Tempeln, auf denen eine Menge Affen wohnen.
Doch um in das Tal zu kommen, müssen wir erst einen Berg hinauf. Dennis und Christian haben keine Lust mehr wieder auf der anderen Seite hinunterzusteigen, zumal man von oben nicht ins Tal hineinschauen kann und man von den Tempeln nichts sieht. Also warten sie oben, füttern derweil die Affen und unterhalten sich mit den Dorfbewohnern.
Wir 3 anderen steigen hinab und bereuen es nicht. Die Tempel mit den Affen und die hier befindlichen Wasserbassins, in denen einige Inder baden, sind ein schöner Anblick. Am Ausgang des Tales stellen wir fest, das man von der anderen Seite auch ohne Bergbesteigung hier her gekommen wäre.
 
Samode Hotel Wieder alle zusammen fahren wir zurück nach Jaipur und ziehen um in das von uns vorgebuchte Hotel Samode Haveli.
Das ist das Haus eines ehemaligen Premierministers und hat einen sehr schönen Innenhof. Dieses Hotel ist seinen Preis (ca. 60DM p.Person und Nacht) wert.
Ich bin noch beim ausfüllen der Hotelanmeldung, da hat Christian schon das Ankunftsbier bestellt. Damit haben wir unseren Ruf im Hotel weg und der Kellner kommt nun schon immer schon zum Frühstück, ob wir Bier oder Whisky wollen.
Samode Hotel
 
Noch ein Stündchen frisch gemacht und es geht zum Kino. Von außen ein recht einfacher Klotz ist es innen ein richtiger Palast. Wir schauen dem Film ca. 1 Stunde zu. Es wird zwar Hindi gesprochen mit ein paar Fetzen englisch, aber trotzdem ist die Handlung gut verständlich. Es ist ein Film mit viel Musik und Tanz und auch Action und Special Effects. Wir essen in einem verhältnismäßig teurem Restaurant (120Rs eine Hauptmahlzeit) und dann wiederholt sich das gleiche wie am Vorabend, der Rikshawfahrer findet unser Hotel nicht. Dennis geht mit ihm in ein Hotel in der Nähe und kann dort alles klären. Eine Stunde später gehen wir zu Bett.
 
Sonntag,19.3.
Elephant Festival
 
Wir wollen unsere Weiterreise mit dem Zug nach Sawai Madhopur zum Ranthambore Nationalpark organisieren. Da erfahren wir, daß dieser wegen des bevorstehenden Besuchs von Bill Clinton ausgerechnet wenn wir dort sein wollen geschlossen ist. Wir setzen uns zusammen, disponieren um und wollen nun nach Alwar zum Sariska- Nationalpark. So bestellen wir gleich Zugfahrkarten nach Alwar und auch für unsere Weiterreise von dort nach Delhi.
 
Heute ist nicht so viel Zeit für Besichtigungen, denn um 16 Uhr beginnt das Elephant- Festival. Deshalb gehen wir nur in die Stadtmitte. In der Stadt besuchen wir zuerst den Stadtpalast. Innen sind u.a. auch ein paar Geschäfte, in denen sich ganz gut handeln läßt. Wir lassen uns hinreißen und kaufen so einiges. Unter anderem auch billige Bekleidung für das morgige Holi- Fest. Stadtpalast Jaipur
Jantar Mantar Dadurch ist es schon reichlich spät geworden und wir beeilen uns, zum Jantar Mantar, einem Freiluftobservatorium, zu kommen. Es ist auch gleich um die Ecke. Es wurde von 1728 bis 1734 erbaut.
Jetzt steht noch der Besuch des Palastes der Winde an. Dies ist ein Wahrzeichen von Jaipur und eigentlich nur eine Fassade. Auf deren Rückseite sind Treppen und so konnten früher die Haremsfrauen durch die kleinen Fenster auf die Festumzüge schauen, ohne gesehen zu werden. Den Namen Spitznamen Palast der Winde bekam er, weil bedingt durch seine Bauart immer ein kleines Lüftchen durch die Fenster weht. Palast der Winde
Schnell ins Hotel, unsere Sachen abgelegt, etwas getrunken und schon geht's ab zum Elephant- Festival. Dies findet jährlich in einem Stadion statt. Wir setzen uns zuerst auf die Ränge des Stadions und haben eine gute Übersicht.
Ein Mann verkauft Brotfladen, wir holen uns welche. Eine Folkloreband spielt. Dann geht's los.
Zuerst ein Umzug von vielen prächtig geschmückten Elefanten nebst prächtigen Sätteln und Wagen. Zum Teil sind die Elefanten mit bunten Tüchern geschmückt aber noch besser gefallen mir manche Malereien von wilden Tieren auf den Elefanten. Ab und zu sind auch ein paar Tänzerinnen dazwischen. Wir verlassen unsere Plätze und gehen nach unten auf den Rasen zwischen die Elefanten. Christian ist schon eine Weile zum filmen dort.
Dann finden noch einige andere Aktivitäten statt. Elefantenwettrennen, Elefantenpolo (Schach ist ein Actionspiel dagegen), Tauziehen Touristen-Elefanten usw. Später werden dann die am besten geschmückten Elefanten ausgezeichnet. Sie knien sich dazu hin. Ich stehe direkt davor und muß immer aufpassen, daß ich keinen Stoßzahn unters Kinn bekomme, wenn sie wieder aufstehen.
{short description of image} Elefantenfest Tanz
 
Auf dem Heimweg sehen wir schon, wie für das Holi-Fest Feuer aufgebaut werden, Dazu wird mitten in die Straße ein Loch gehackt, eine lange Latte hineingesteckt und da herum trockenes Holz, Kuhmist und vor allem Stroh gepackt. Diese Feuer sollen heute 23 Uhr brennen, wie wir erfahren. Nach dem Abendbrot gehen wir noch mal in die Stadt und beobachten, was passiert. 23 Uhr wird das erste Feuer entzündet. Davon wird dann ein Holzscheit genommen und zum zweiten getragen usw. Die Feuer lodern durch das Stroh schnell hoch auf. Da stört es niemanden, daß Telefon- und Stromleitungen von den Flammen umlodert werden. Frauen kommen und gießen etwas Tee ins Feuer. Männer nehmen etwas Glut mit nach Hause. Ein Mann gibt allen umstehenden Kokosnußstücke, auch uns. Somit hat Holi begonnen. Gegen Mitternacht gehen wir zu Bett.
Feuer

 Montag,20.3.
Holi - The Festival of colours
 
Nach dem aufstehen rüsten wir uns für das heutige Holi- Fest. Wir ziehen alte bzw. extra dafür gekaufte Sachen an. Nach dem Frühstück gehen wir in die Stadt. Zu Anfang werden wir nur gemustert und taxiert, ob wir denn beim Holi mitmachen oder nicht. Die Inder haben doch etwas Respekt und trauen sich noch nicht so richtig, uns einzufärben. Wir tragen unsere "Munition" offen und geben so zu erkennen, daß wir "zurückschlagen" können. Nun kommt man von allen Seiten, um uns tüchtig mit diversen Farben zu beschmieren. Dabei bekommen wir Farbe ins Gesicht, auf die Haare, unter das Hemd und überhaupt überall hin geschmiert und gestäubt. Manche Farbe ist auch angefeuchtet, von hier und da spritzen Wasserpistolen. Wir geben natürlich alles auch kräftig zurück. Bemerkenswert dabei ist, daß die Inder bei allem Übermut trotzdem eigentlich recht vorsichtig sind und uns nie etwas in Augen bzw. Brille oder Mund kommen lassen. Bald sind wir alle von einer kräftigen Farbkruste bedeckt. Es macht uns allen großen Spaß.
holi Holi holi
 
 
Gegen Mittag gehen wir zum Hotel zurück und werden noch von einem Hotelangestellten in sein Haus (er wohnt kurz vorm Hotel) eingeladen. Wir gehen auf seine Dachterasse und bekommen Cola, oh Wunder, sogar mit Wodka. Dann kommen seine Kinder mit Farbe und wir wünschen uns alle ein Happy Holi.
Im Bild sieht man übrigens die Polizei mit dem verlängerten "Arm des Gesetzes".
Polizei
 
So, jetzt ists aber genug und wir setzen uns ins Hotel auf ein Bier. Da kommt eine Reisegruppe herein und setzt sich an vorbereitete Tische. Noch bevor wir unser Bier in aller Gemütlichkeit ausgetrunken haben, steht die Reiseleiterin wieder auf und die Gruppe soll schon wieder im Bus verschwinden. Wir sind uns alle einer Meinung: Gott sei Dank gehören wir da nicht dazu.
Unter der Dusche geht die ganze Farbe besser ab als gedacht bis auf ein paar kleine Stellen. Die verschwinden dann in den nächsten Tagen. In der Sonne auf der Wiese im Hotelhof schlafen wir ein Weilchen. Unsere Hotelrechnung bezahlen wir schon heute, denn morgen geht's wieder beizeiten weiter. Diesmal fällt sie etwas höher aus als sonst, dafür haben wir aber auch fürstlich gelebt. Am Abend fahren wir in die Stadt um Abendbrot zu essen. Wir müssen eine Weile suchen, denn viele Gaststätten haben heute geschlossen. Dann finden wir doch noch eine und essen ganz gut. Leider geht's Dennis etwas mies, er hat heute noch nichts gegessen und Ihm ist deswegen etwas übel. Trotzdem bekommt er keinen Bissen runter. Wieder im Hotel bestellen wir ihm etwas Toast, den er dann auch langsam ißt und so langsam geht's ihm wieder besser.
Dienstag,21.3.
Halb sechs stehen wir auf und fahren zum Bahnhof. Dazu müssen wir heute erst mal einen Rikshawfahrer wecken, welcher dann wiederum erst mal einen zweiten auftreiben muß. Wir sind eine halbe Stunde vor Abfahrt am Bahnhof, decken uns mit Proviant ein und dann geht's in Richtung Alwar.

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© Peter Gottowski 2000  letzte Änderung: 01.09.2000